Mitgefühl und Selbstmitgefühl – warum es so wichtig ist

Grüne Kachel mit dem Text Mitgefühl und Selbstmitgefühl - Warum ist es so wichtig. Darunter eine Grafik von einer Blüte

In diesem Artikel möchte ich den Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl aufzeigen. Es wird auch um das Thema Mitgefühl sich selbst gegenüber, also Selbstmitgefühl gehen. Am Ende gibt es noch ein paar Übungen, wie du Mitgefühl in deinem Alltag üben kannst.

Einführung in Mitgefühl

Bei Mitgefühl geht es darum, die Gefühle der anderen Person wahrzunehmen und uns in die andere Person einzufühlen. Dies ist möglich, da wir durch die sogenannten Spiegelneuronen in unserem Gehirn die Gefühle und Emotionen von anderen wahrnehmen können und die Gefühle dann selbst spüren können. Wenn eine andere Person Schmerzen empfindet, können wir diese auch spüren. Dadurch können wir mit der anderen Person mitfühlen und unsere Unterstützung anbieten oder versuchen, den Schmerz der anderen Person zu lindern.

Unterschied Mitleid und Mitgefühl

Wenn wir über das Lindern von Schmerzen sprechen, müssen wir auch den Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl aufdröseln.

Mitleid bedeutet, dass wir die Schmerzen der anderen Person sehen und auch lindern wollen. Wie in dem Wort Leid schon drin steckt, kann es auch schnell passieren, dass wir selbst mitleiden. Wir können den Schmerz der momentanen Situation auf unser eigenes Leben übertragen und uns in Gedanken verstricken, wie es für uns in diesem Augenblick wäre. Hierdurch können wir dann vielleicht weniger klar sehen, wie wir gerade die betroffenen Personen unterstützen können. Es kann auch passieren, dass wir unsere eigene Hilfe aufdrängen wollen, auch wenn diese so gerade nicht gebraucht wird. Beim Mitleiden kann es passieren, dass wir uns auch Anerkennung für unser eigenes Leiden wünschen. Auch, wenn wir gerade gar nicht betroffen sind. Mitleid lässt oft einen bitteren Beigeschmack zurück, bei der Person, die das Mitleid bekommt. Denn eigentlich möchte die Person ja meist nicht das Mitleiden von anderen Personen verursachen. Sie kann dann sogar in die Position gebracht werden, der mitleidenden  Person zu versichern, dass ihr eigenes Leid gar nicht so groß ist oder das Leid der anderen Person anerkennen zu müssen.

Hier wäre dann Mitgefühl besser angebracht. 

Mitgefühl bedeutet auch, dass wir die Schmerzen der anderen Person wahrnehmen. 

Wir fühlen den Schmerz der anderen Person und versuchen, das Möglichste zu tun, um die andere Person zu unterstützen. Ohne das wir unsere Hilfe aufdrängen oder erwarten, dass die andere unsere Hilfe annimmt. Durch unsere Gedanken oder Taten zeigen wir, dass wir die schwierige Lage der anderen Person sehen und anerkennen. Auch, wenn wir selbst gerade nicht betroffen sind. Wir können bei Mitgefühl auch besser aktiv unterstützen, zum Beispiel, indem wir unsere Hilfe anbieten oder die Person einfach nur in unsere Gedanken mit aufnehmen. Durch Mitgefühl bieten wir den anderen Personen an, dass wir da sind. Dieses Angebot kann angenommen werden, muss es aber nicht. Wir sind also wie eine liebevolle Freund*in, einfach nur da, ohne etwas zu erwarten. Dies ist für mich eigentlich der wichtigste Unterschied zwischen Mitleid und Mitgefühl. Dieses einfach nur da sein und schauen, was gerade gebraucht wird und wenn ich merke, dass gerade nichts gebraucht wird, dies auch akzeptieren.

Selbstmitgefühl

Dieses Mitgefühl, dass wir anderen gegenüber zeigen, können wir auch uns selbst gegenüber anwenden. So oft sind wir gemein zu uns selbst, haben negative Stimmen im Kopf, wenn wir etwas falsch machen oder verurteilen uns, für unsere Taten. Natürlich ist die Reflexion über unser eigenes Verhalten wichtig, um uns weiterzuentwickeln. Doch oft kann es passieren, dass wir ein bisschen über die Stränge schlagen mit dem Selbstverurteilen. Diese Stimme, die in unserem Kopf sitzt und unser eigenes Verhalten und unsere eigenen Gedanken immer etwas negativer bewertet, als wir es je über andere machen würde, nennt man auch innere*r Kritiker*in. Wenn wir Selbstmitgefühl praktizieren, können wir da-sein für uns selber, ohne uns selbst zu verurteilen. Wir sind also einfach für uns selber da, wie wir auch für eine*n Freund*in da sind. 

Metta-Meditation – Eine Übung für Mitgefühl 

Selbstmitgefühl und Mitgefühl anderen gegenüber wird oft in der buddhistischen Meditationstradition, der Metta-Meditation, geübt. Hierbei wird zuerst einem selbst Freude, Glück und Freiheit von Leid gewünscht. Wenn diese Gefühle dann langsam in dir aufgestiegen sind und du dies dir selbst gewünscht hast, kannst du dies ausweiten. 

Zuerst kannst du dann einer geliebten Person Glück, Gesundheit und Freude wünschen. Später weitest du dies aus auf eine neutrale Person, eine Person die dir Leid zugefügt hat und auf alle Lebewesen auf unserem Planeten. 

Dies ist eine sehr intensive Meditation und vor allem für den Anfang würde ich dir empfehlen, dies mit einer Aufnahme oder sogar in einer Gruppe zu machen. Dann wirst du durch die unterschiedlichen Phasen geleitet und kannst dich voll auf die Übung konzentrieren. 

Mindful Self Compassion (MSC)

Wenn wir über Mitgefühl und Selbst-Mitgefühl sprechen, möchte ich nicht das Mindful Self-Compassion (MSC) unerwähnt lassen. MSC ist ähnlich wie MBSR ein 8-wöchiges Gruppenprogramm. Im Unterschied zu MBSR, wo es um Stressbewältigung und Achtsamkeit im Alltag geht, geht es bei MSC um die Entwicklung von und die Beschäftigung mit dem Selbstmitgefühl. Ich habe selber noch keinen Kurs in MSC gemacht. Dies ist aber bereits geplant und dann werde ich auch über meine Erfahrung mit dem Programm berichten. Auf der Webseite der MSC-Lehrenden findest du bereits weitere Informationen zu dem Programm und dem Kurs (https://www.msc-selbstmitgefuehl.org/)

Ich wünsche dir viel Erfolg auf dem Weg, mehr Selbst-Mitgefühl in dein Leben zu bringen. Wie bei allen Themen rund um Achtsamkeit und Meditation ist auch bei der Entwicklung von Mitgefühl regelmäßiges Üben und Trainieren wichtig.

Hast du bereits Erfahrung mit Mitgefühl und Selbstmitgefühl gemacht? Schreib mir in die Kommentare.

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