Folge 8 – Selbstakzeptanz und Achtsamkeit

Diesmal spreche ich über das Thema Selbstakzeptanz und Achtsamkeit. Hier kannst du direkt in die Folge reinhören und findest auch eine Zusammenfassung in Form eines Blogposts. 

Bunte Kachel mit dem Text inklusive Achtsamkeit Der Podcast für Achtsamkeit und Inklusion. Darunter steht Folge 8 - Selbstakzeptanz und Achtsamkeit Daneben ein Porträt von Mechthild.

In Folge 8 geht es um das Thema Selbstakzeptanz. Es fällt den meisten von uns wahrscheinlich nicht immer leicht, uns selbst so zu akzeptieren, wie wir sind. In dieser Solo-Episode spreche ich darüber, was Selbstakzeptanz ist, wie die Achtsamkeit bei Selbstakzeptanz unterstützen kann, erzähle einige persönliche Geschichten über meine Selbstakzeptanz und stelle ein paar Übungen vor, die dich dabei unterstützen können. 

Hier kannst du direkt in die Folge reinhören:

Du findest die Folge natürlich auch auf Spotify und Apple Podcast. Suche dafür einfach nach inklusive Achtsamkeit – der Podcast. Dort würde ich mich auch total über eine Bewertung freuen, da die Folge dann wieder weiteren Personen angezeigt werden für die das Thema Selbstakzeptanz und Achtsamkeit wichtig ist.

Die Themen in dieser Folge:

  • Einleitung 
  • Selbstakzeptanz – eine Definition
  • Unser wahres Ich zeigen können
  • Selbstakzeptanz und Achtsamkeit
  • Bei der Selbstakzeptanz durch Achtsamkeit geht es nicht um Selbstoptimierung
  • Selbstakzeptanz ist ein immer wiederkehrender Prozess
  • Selbstakzeptanz, Achtsamkeit und der Körper
  • Die Selbstakzeptanz kann nach außen anders wirken, als es sich innen anfühlt
  • Übungen für mehr Selbstakzeptanz durch Achtsamkeit

Einleitung 

Eines der Themen, bei der ich durch regelmäßige Meditation eine Veränderung gemerkt habe, ist das Thema Selbstakzeptanz. Die anderen Themen sind Umgang mit körperlichen Schmerzen und Diskriminierungserfahrungen oder auch Empowerment. Dazu wird es aber jeweils auch noch eigene Folgen geben.

Selbstakzeptanz – eine Definition

 Selbstakzeptanz bedeutet, sich selber so annehmen können, wie mensch ist, ohne sich dafür zu verurteilen, auch einmal einen Fehler zu machen oder nicht alles gut zu können. Also eine nicht urteilende Wahrnehmung über sich selbst zu haben. (Carson & Langer, 2006) 

Hier in diesem Blogpost habe ich bereits letztes Jahr mehr zu diesem Thema geschrieben.

Unser wahres Ich zeigen können

Uns so zeigen zu können, wie wir sind. Ein wichtiges Thema, das für mich hier noch reinspielt, ist die Scham, auch über das, was wir z.B. teilen. Wenn wir Dinge teilen, die vielleicht nicht so gut laufen, können wir uns wieder mit anderen Menschen verbinden, denn wir merken, es geht auch anderen ähnlich. Das hatte ich z.B. bei dem Panel über Selbständigkeit mit Behinderung von dem Beach Business Kongress von Lilli Koisser. Hier haben die anderen Panelistinnen sehr persönliche Sachen geteilt und ich auch, weil wir das Gefühl hatten, es geht uns allen so. Und weil es auch ein sicherer Raum war, in dem wir uns wohlgefühlt haben, dies zu teilen.

Dadurch haben wir wieder unser wahres Ich gezeigt und können dann auch unsere eigene Situation besser annehmen. Nicht darüber urteilen, ob es gut oder schlecht ist. Oft sind wir nach so etwas noch viel in Gedanken. Auch ich habe danach noch etwas nachgedacht, aber durch meine Achtsamkeitspraxis konnte ich mich beruhigen.

Selbstakzeptanz und Achtsamkeit

In der Achtsamkeitspraxis üben wir auch wahrnehmen, ohne darüber zu urteilen, ob etwas gut oder schlecht ist. Nicht-urteilende offene Gewahrsein. Alles akzeptieren, was gerade da ist.

Das bedeutet natürlich nicht dann einfach alles so zu lassen wie es ist oder zu sagen, so bin ich halt, ich kann mich nicht verändern. Sondern zu schauen, was kann ich für mich verändern, was kann ich vielleicht auch gerade nicht verändern und dann auch so annehmen, dass es gerade so ist 

Bei der Selbstakzeptanz durch Achtsamkeit geht es nicht um Selbstoptimierung

Ich denke, hier kommt vielleicht auch dieses Bild des Selbstoptimierungswahns her, dass manchmal die Achtsamkeitspraxis in die Kritik bringt. Und es geht mir nicht darum, dass du dich irgendwie verbesserst, sondern dass du einfach siehst, wo vielleicht automatische Bewertungen dich in eine bestimmte Richtung bringen und du durch die Achtsamkeitspraxis noch einmal offen und nicht urteilend schauen kannst, wie du gerade bist, wie deine Gedanken gerade sind. 

Selbstakzeptanz ist ein immer wiederkehrender Prozess

Ich übe jetzt schon seit mehr als 10 Jahren und hatte letztens im Schweige-Retreat noch einmal eine Situation, in der das Thema Akzeptanz meiner eigenen Situation und bei mir dann das Thema Akzeptanz meiner Behinderung noch einmal aufgekommen ist. Am ersten Abend saßen wir alle im Raum und meistens wenn ich in so einer Gruppe bin, setze ich mich dann auch auf dem Boden auf ein Meditationskissen. Obwohl ich zu Hause meistens auf einem Stuhl oder meinem Sofa meditiere und nicht im Schneidersitz auf dem Boden, weil es eigentlich unbequem ist und ich die Knie nicht so weit nach unten bekomme. Aber eines meiner Themen ist halt, so sein zu wollen wie alle anderen. Deswegen musste ich es natürlich erst wieder auf dem Boden versuchen. Was sehr unbequem war.

Nach der Meditationseinheit kam unsere eine Dozentin noch auf mich zu und wir haben darüber gesprochen, dass es für mich doch einfacher wäre, auf einem Stuhl zu meditieren. Was ich ab dann auch gemacht habe. Ich musste sogar etwas weinen, weil ich gemerkt habe, wie sehr mich dieses Thema dann doch beschäftigt, obwohl ich eigentlich wieder dachte, dass meine Situation ganz gut akzeptieren kann. Aber es gibt dann doch immer irgendwelche Themen, die erst in bestimmten Situationen wieder sichtbar werden. Und das Thema Selbstakzeptanz ist wohl auch so ein Lebensthema. 

Selbstakzeptanz, Achtsamkeit und der Körper 

Die Geschichte passt auch schon direkt zu einem weiteren Thema, bei dem ich die Selbstakzeptanz wichtig finde. Nämlich das Thema Körper. Bei mir war es jetzt das Thema, dass ich mit meinem Körper nicht gut für eine längere Zeit im Schneidersitz sein kann, aber auch andere Körperlichkeiten, wo mensch vielleicht von einer bestimmten wahrgenommenen Norm abweicht, können dazu führen, dass es uns schwerfällt uns so zu akzeptieren wie es ist.

Dies kann natürlich von Person zu Person unterschiedlich sein oder auch von Situation zu Situation. Auch hier hilft es wahrzunehmen, was gerade da ist und so gut es möglich ist, den eigenen Körper so anzunehmen wie es ist. Das klingt jetzt vielleicht so ein bisschen schwer, aber es ist wichtig immer wieder danach zu schauen, wie du dich selbst so annehmen kannst, wie du bist. Gerade wenn dein Körper z.B. durch eine Behinderung von der Norm abweicht. Und ja, auch dies ist wahrscheinlich ein lebenslanger Prozess. 

Mehr dazu in dem Blogpost über Selbstakzeptanz, Achtsamkeit und der Körper lesen.

Die Selbstakzeptanz kann nach außen anders wirken, als es sich innen anfühlt

Und wir können sicher auch ins außen viel überspielen. Ich erinnere mich an ein Gespräch mit einer Freundin, was auch schon wieder ein paar Jahre her ist, wo wir über unsere Zeit an der Uni gesprochen haben und wir auch über mich als behinderte Person an der Uni geredet haben. Und für sie hat es immer das Bild gegeben, dass ich mich in der Phase meines Lebens sehr gut akzeptiert hatte, mit meiner Situation.

Aber für mich im inneren war diese Zeit echt eine sehr schwierige zum Thema Selbstakzeptanz. Da ich einfach nicht alles so machen konnte, wie ich es vielleicht gemacht hätte, wenn ich die Behinderung nicht hätte. Obwohl ich solche Gedankenexperimente immer sehr schwierig finde und eigentlich auch nie mache und dazu natürlich auch nichts Konkretes sagen kann, wie es wäre, wenn ich keine Behinderung hätte. Ich hatte erst etwas später, mit Mitte 20 das Gefühl mich und meine eigene Situation besser akzeptieren zu können. Das hat mir auch wieder gezeigt, dass das wie wir etwas vielleicht im außen zeigen können, nichts mit unserem inneren Gefühlszustand und Akzeptanz Zustand zu tun haben muss.

Übungen für mehr Selbstakzeptanz durch Achtsamkeit

Die Meditation ist auf jeden Fall eine gute Möglichkeit, einfach das wahrnehmen, was gerade da ist. Hier findest du auch eine 12 Minuten Meditation für mehr Selbstakzeptanz.

In dem Artikel der beiden Forscherinnen Shelley Carson und Ellen Langer, den ich bereits am Anfang angesprochen habe, haben die Autorinnen einige Übungen zusammengestellt, die dabei helfen können, die eigene Selbstakzeptanz zu verbessern.

Dazu habe ich auch einen ganzen Blog-Beitrag geschrieben. Drei der Übungen wollte ich hier noch einmal zum Schluss der Folge ansprechen. 

Wir sind alle “In Arbeit”

Keine Person ist perfekt und wir können immer wieder auch aus unseren eigenen Unperfektheiten lernen und es geht hier auch wieder nicht um so ein Selbstoptimierungswahn, sondern einfach das anzunehmen, was da ist und dadurch vielleicht auch entspannter zu werden, mit dem, was ist. Das ist auch ein Grund, warum ich hier auch immer mehr über mich teile, damit es dich als Zuhörer*in vielleicht auch unterstützen kann. 

Humor 

Dies kann auch helfen, die eigene Situation besser zu akzeptieren. Dies kann auch manchmal im Nachhinein helfen. Worüber würdest du lachen, wenn du deine eigene Geschichte an jemanden anderen erzählst.

Dankbarkeitstagebuch schreiben

Es ist ja schon fast ein alter Hut und vielleicht machst du es auch schon regelmäßig. Du kannst dir am Ende des Tages aufschreiben, wofür du am Tag dankbar warst. Dadurch kannst du sehen, dass selbst an schwierigen Tagen immer noch schöne Dinge gibt und dies hilft dann bei der Akzeptanz der eigenen Situation.

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